icon
Verstehen
icon
Entwickeln
icon
Bewerben
icon
Motivieren
icon
Ausgleichen
icon
Verstetigen



Kommunale Projekte und Initiativen können nur funktionieren, wenn man sich ein vollständiges Bild von den Ausgangsbedingungen macht und versteht, wo die Probleme einer Kommune, aber auch deren Potenzial liegen. Auf Veranstaltungen mit Bürgerinnen und Bürgern können Visionen für die Kommune und konkrete Ideen entwickelt werden. Damit sich viele an diesen Prozessen beteiligen, sollten die Veranstaltungen kreativ und effektiv beworben werden. Liegen die Ideen dann auf dem Tisch, gilt es, die Bürgerinnen und Bürger dazu zu motivieren, sie auch umzusetzen. Hin und wieder treten Konflikte zwischen Akteuren auf und Interessen müssen ausgeglichen werden. Am Ende haben Projekte nur langfristigen Erfolg, wenn man es schafft, sie zu verstetigen.

Auf dieser Seite finden Sie praktische Tools und Formate, die Ihnen helfen, diese Phasen in Ihrer Kommune erfolgreich zu gestalten.

Für Ihre grundsätzlichen Fragen zu kommunalen Beteiligungsprozessen haben wir einiges an Erfahrungswissen zusammengetragen, um Ihnen ein paar knackige Handreichungen zu geben.





Toolbox


iconAusgleichen
iconEntwickeln
iconVerstehen


iconAusgleichen


iconVerstehen


iconVerstehen


iconMotivieren
iconVerstehen








Fragen & Antworten


Zunächst ist es sehr hilfreich, sich einfach mal in die Sicht der Verwaltung hineinzuversetzen. Häufig sind die Mitarbeiter*innen der Verwaltung mit Arbeit bis oben hin zu und wissen kaum, was sie zuerst angehen sollen. Da erscheinen Bürgeranfragen, die nicht zum eigentlichen Arbeitsfeld passen, eher störend. Das ist ihnen im Zuge von knappen Haushaltsmitteln und dem Trend des kommunalen Stellenausbaus kaum vorzuwerfen. Schrauben Sie also am Anfang Ihre Erwartungen an das Verständnis und die Offenheit der Verwaltungsmitarbeiter*innen ihrer Idee gegenüber lieber etwas runter und freuen Sie sich darüber, wenn Sie überhaupt Aufmerksamkeit bekommen. Die Verwaltung denkt normalerweise in Zuständigkeiten. Informieren Sie sich deshalb darüber, in welchen Zuständigkeitsbereich Ihre Idee am ehesten fällt und sprechen Sie diese Person direkt an mit der Bitte um einen Termin. Bei der Ansprache (telefonisch oder schriftlich) tun Sie gut daran, Ihre Idee nur sehr kurz und knapp zu beschreiben, alles andere können Sie dann in dem späteren Gespräch klären. Und noch einmal: Eine Idee von außen bedeutet für die jeweilige Verwaltungsmitarbeiterin erst einmal mehr Arbeit. Deshalb ist es nur verständlich, dass wenn Sie es bei einem Gespräch oder einer E-Mail belassen, keine weitgehenden Reaktionen erwarten können. Bleiben Sie am Ball, machen Sie der Verwaltung transparent, was Sie selbst für den Fortschritt der Idee tun und was Sie ggf. brauchen, damit es noch schneller vorangeht. Haben Sie Geduld, irgendwann springt der Funke über.

Ja, ein bestimmtes Maß an finanziellen Ressourcen ist eine Voraussetzung für das Gelingen der meisten Projekte. ABER: es ist nicht die einzige Voraussetzung. Und sie muss nicht unbedingt von Anfang an vorhanden sein. Viel wichtiger ist am Anfang eine gemeinsam getragene, besser gesagt, begeisternde Idee. Sehr oft kommt das Geld später von ganz alleine, denn wenn erst alle an einem Strang ziehen, dann ist die Beschaffung des Geldes nur noch ein Punkt unter mehreren. Ein zukunftsfähiges Projekt hat oft gute Chancen, gefördert zu werden, z.B. durch ein regionales Entwicklungsprogramm aber auch durch Stiftungen oder andere Institutionen. Hierfür sind ein bisschen Recherche und direkte Gespräche mit den potenziellen Geldgebern nötig. Auf den richtigen Pfad kommt man schneller, wenn man bei anderen Zukunftskommunen mal nachfragt, wo sie ihre Finanzierung herbekommen haben.

Ja und nein. Dinge, die in einer Kommune funktioniert haben, können Ideen liefern, aber kein 1-zu-1-Rezept für das Projekt in einer anderen Kommune. Dafür sind die Rahmenbedingungen, die beteiligten Akteure, die Historie und Kultur zwischen den Kommunen zu unterschiedlich. Aber man kann definitiv von erfolgreichen Projekten in anderen Kommune lernen: Ist die Ausgangslage ähnlich? Wen braucht es, das Projekt umzusetzen? Welche Strukturen im Prozess haben sich bewährt? Welche allgemeinen Fallstricke (z.B. rechtliche Hindernisse) gilt es zu beachten? Welche Fehler wurden gemacht und können „beim nächsten Mal“ vermieden werden? All das erfährt man am besten im persönlichen Gespräch mit den Beteiligten. Berichte oder Dokumentationen über ein Projekt sind eine gute Grundlage, um ins Gespräch zu gehen, können dies aber nicht ersetzen, denn das wirklich Spannende steht üblicherweise „zwischen den Zeilen“.

Gegenfrage: Haben Sie alles dafür getan, dass Bürger*innen an ihrer Versammlung teilnehmen? Beteiligung in demokratischen Organen passiert besonders dann, wenn breit und transparent eingeladen wird und den Teilnehmenden das Gefühl gegeben wird, dass ihre Anliegen und ihr Rat wertgeschätzt werden. Ein gut sichtbarer Online-Kalender auf der Website der Stadtverwaltung, der nicht nur das Datum der anstehenden Versammlung ankündigt, sondern auch die wichtigsten Themen darstellt, die auf der Versammlung besprochen werden sollen, ist schon mal ein wichtiger Schritt. Sprechen Sie Bürger*innen auch direkt darauf an, dass ihre Teilnahme bei der nächsten Sitzung von Bedeutung ist. Überlegen Sie, wie Sie den Bürger*innen auf der Versammlung mehr Raum geben können, anstatt ihren Beitrag nur auf eine „Fragestunde“ zu reduzieren. Schaffen Sie zusätzliche Anreize wie „Für alle teilnehmenden Bürger*innen gibt es ein Begrüßungsgetränk aus regionaler Produktion“ oder „Auf der Versammlung erfahren Sie aus erster Hand die Neuigkeiten über unser neues Straßenprojekt“. Schließlich sollen die Bürger*innen ja auch wiederkommen, oder?

Nichts Geringeres als dies: Menschen, die für eine Idee brennen und die diese vorantreiben wollen. Das klingt trivial, sollte aber sehr ernst genommen werden. Eine gute Idee, die viele unterstützen, reicht nicht aus, um ein Projekt zur Entfaltung zu bringen. Es muss mindestens eine Person, besser 2-3 geben, die bereit sind, sich voll reinzuhängen, Verantwortung für den Prozess zu übernehmen und die andere begeistern können. Viele Projektideen scheitern daran, dass diese Personen nicht gefunden werden oder sich schnell aus dem Prozess wieder zurückziehen. Genauso ist es vergebene Liebesmühe, an einer Idee festzuhalten, wenn sich keine „Vorantreiber*innen“ finden lassen und sei die Idee noch so gut. Wenn es diese Person(en) gibt, ist die Verwaltung gut beraten, sie mit allem, was möglich ist, zu unterstützen (z.B. durch Kontakte, finanzielle Ressourcen, Räumlichkeiten, etc.) und ihnen Vertrauen entgegen zu bringen. Das beflügelt deren Engagement und die Chance ist groß, dass sie andere Menschen mitreißen und das Projekt so richtig in Fahrt kommt.