Aktivierende Bürgerbefragung

Bürgerbefragungen führen Kommunen in der Regel durch, um zu einem bestimmten Thema entweder ein Stimmungsbild zu bekommen oder das Erfahrungswissen der Bürger für bestimmte Strategien oder Projekte einzusammeln. Eine aktivierende Bürgerbefragung hat darüber hinaus zum Ziel, Bürgerinnen zum Mitmachen, mindestens zum Mitdenken anzuregen. Das geht nur, wenn die Befragung den Auftakt für einen länger andauernden und mit Ressourcen ausgestatteten Prozess bildet, also Projekte daraus entstehen können. Die Fragen werden in einem persönlichen Gespräch (notfalls auch am Telefon) gestellt und sind offenerer Natur, also weniger Ja/Nein?- als Was/Wie/Wodurch?-Fragen.

Wie wird eine aktivierende Bürgerbefragung durchgeführt?

Auswahl: Für eine aktivierende Bürgerbefragung bietet es sich an, gezielt Personen in einer Kommune auszuwählen anstatt, wie sonst in Bürgerbefragungen üblich, eine zufällige Auswahl zu treffen. Am besten sind es Leute, die in der Kommune schon aktiv und gut vernetzt sind, die Strukturen und ggf. Historie der Kommune kennen oder ein bestimmtes Amt bekleiden. Wichtig ist es, bei der Auswahl auf eine Balance zwischen Geschlechtern und Branchen zu halten

Durchführung: Entwerfen Sie einen Fragebogen als Gesprächsleitfaden und zur Vergleichbarkeit zwischen den Interviews. Der erste Teil kann aus Fragen bestehen, mit denen die Sicht des Gesprächspartners auf ein relevantes Thema oder auch notwendige Veränderungen in der Kommune adressiert werden. Der zweite Teil könnte in die Richtung gehen: Was könnten Sie sich vorstellen zu einem entsprechenden Vorhaben beizutragen? Oder: Wen würden Sie für die Umsetzung eines solchen Vorhabens als erstes ansprechen? Ist die Bereitschaft groß, sich einzubringen, bietet es sich an, nach Kontaktdaten zu fragen.

Auswertung: Machen Sie sich während des Interviews Notizen und erstellen Sie daraus zeitnah ein Protokoll (zu späteren Zeitpunkten wird man aus den eigenen Notizen nicht mehr schlau und wertvolle Informationen gehen verloren). Die Auswertung ist deskriptiv, d.h. durch die Auswertung sollte deutlich werden, welche Themen für die Kommune relevant sind und wie groß die Bereitschaft ist, für sie gemeinsam aktiv zu werden.

 Ansprechpartner*in:

Timo Kaphengst
e-fect dialog evaluation consulting eG
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