Wie weiter nach der akuten Wirtschaftskrise? Udo Simonis im Gespräch



Bekannt ist, daß die Ökonomie seit Beginn der Industrialisierung immer die Priorität gegenüber der Ökologie voraussetzte und radikal durchsetzte. Udo Simonis, seit Jahrzehnten Vorreiter einer neuen planetaren Umweltpolitik, hatte bereits im Juni 2020 das auf Ökonomie fokussierte    Konjunkturpaket der Bundesregierung als fragwürdiges Signal   für die Zeit nach der Krise qualifiziert. In einem aktuellen Interview argumentiert Prof. Simonis, dass 2020 zum Umkehrpunkt der Priorisierung von Ökonomie gegenüber Natur und Mensch wird:

„Das kann nicht so weitergehen – eine „Weiter so-Politik“ darf jetzt – nach dem Parallel-Erleben von Corona-Pandemie und akuter Wirtschaftskrise – keine Option mehr sein. Das heißt, dass neben der weitgehend schon verinnerlichten neuen Ziel-Kategorie „De-Karbonisierung“ auch die Kategorie „De-Materialisierung“ zu einer wichtigen technisch-ökonomischen Aufgabe werden muss. Da damit die Natur aber immer noch nicht gerettet sein dürfte, sollten diese beiden Kategorien jedoch durch eine natur-basierte Ziel-Kategorie ergänzt werden – die systematische „Re-Naturierung“, die großangelegte Wiederherstellung von Flora und Fauna.

Sie fragen nach den dazu erforderlichen, optimalen Handlungsstrategien? Die Umweltwissenschaft hat auch hierzu nach längerer Debatte ein „magisches Dreieck“begründet: das Dreieck aus Effizienz, Konsistenz und Suffizienz.

Dass das Handeln der Menschen und der Politik angesichts der ökonomischen Knappheiten und der ökologischen Gefährdungen möglichst effizient sein sollte, ist common-sense; dass es auch möglichst konsistent sein sollte, ist dagegen weniger im Blick. Doch daneben könnte und muss es auch um möglichst suffizientes Handeln gehen – um Genügsamkeit, Einfachheit, Schlichtheit. Die Corona-Pandemie hat bei vielen Menschen die Frage nach ihrem eigenen Lebensstil in den Fokus gerückt und zu vielversprechenden Alternativen geführt.“

Das komplette Interview war/ist im Deutschlandfunk anzuhören.

Danke, Udo, für den Hinweis auf dieses Interview! In die Runde grüsst Peter Schmuck

 

 




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