Pödelwitz bleibt. Vom Kohleabbau bedrohtes Dorf hat jetzt sichere Zukunft



Wissen Sie, wie viele Ortschaften in unserem Land wegen endlicher Rohstoffe, meist Braunkohle, gesprengt und danach abgebaggert worden sind?  Es sind über 200,   hier finden Sie die Liste. Und noch werden es mehr.

Doch mit dem Beschluß des Kohleausstieges wendet sich das Blatt. Zum Beispiel für Pödelwitz südlich von Leipzig. Es ist ein 700 Jahre altes idyllisches Dorf mit einem schönen Ortskern, alten Kastanienbäumen und Fachwerkhäusern. Kurz hinter der letzten Häuserzeile beginnt der Tagebau Vereinigtes Schleenhain. Gigantische Maschinen holen dort mit großem Getöse die Braunkohle aus der Erde. Das Dorf stand seit einigen Jahren auf der Liste der Todeskandidaten. Die meisten Einwohner ließen sich von großzügigen Angeboten der Kohlefirmen zum Aufgeben ihrer Häuser bewegen. Doch einige Familien blieben. Die Familie Hausner, die Familie Kraneis, die Familie Selka und die Familie Kremkow zum Beispiel. Weil das Dorf ihre Heimat ist. Weil hier die Kirche steht. Und weil wir seit Jahrzehnten wissen, dass es Alternativen zu Kohle, nämlich erneuerbare Energie gibt.

David gegen Goliath?    Wie die Menschen im Ort herausfanden, diente die geplante Sprengung des Dorfes Pödelwitz nicht dem Gemeinwohl der Bundesbürger, sondern ausschließlich wirtschaftlichen Interessen der Bergbautreibenden. Jens Hausner hatte an seinem Vierseitenhof ein Transparent angebracht: Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Die Engagierten gründeten eine Bürgerinitiative   Pro Pödelwitz, die in den vergangenen Jahren zahlreiche Aktivitäten startete. Sie fanden Unterstützung bei vielen Menschen im Land, welche die Überzeugung teilen, dass die Lösung unseres Energieproblems nicht im Abbaggern weiterer Dörfer unseres Landes liegt. Es gab hier Klimacamps, Umweltgottesdienste, Exkursionen für Kinder und Studenten. In der Kirche hielten André Wüste und ich von der Energiegenossenschaft Leipzig einen Vortrag über Energiewendedörfer, in Trauer über das weggebaggerte Nachbardorf   Heuersdorf.  Wir alle träumten gemeinsam vom Zukunftsort Pödelwitz.

Lieber Thilo, lieber Jens, lieber Roger, lieber André, liebe PödelwitzerInnen, wir freuen uns riesig mit Euch, dass es nun Planungssicherheit für die Neugestaltung Eures Dorfes gibt! Danke für Eure Geduld, Kraft, Energie und Euren Mut in den vergangenen Jahren. Und dafür, dass Ihr ein Zeichen ins Land setzt, wie eine existentielle Krise gelöst werden kann. Lasst uns nun gemeinsam die Zukunft gestalten, im Kreise der Zukunftskommunen.

Euer Peter Schmuck

Titelfoto © Jan Woitas/dpa




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