Neue (digitale) Tools der Beteiligung

Bürgerbeteiligung durch digitale Tools unterstützen – das erprobte das Reallabor Stadtquartiere 4.0 in zwei Baden-Württemberger Kommunen und verknüpfte damit die beiden Zukunftsthemen Beteiligung und Digitalisierung. Live-Abstimmungen während Veranstaltungen, Virtual-Reality um Ideen zu visualisieren, sensorische Armbänder um unbewusste Stresssituationen zu erkennen oder QR-Codes als zusätzliche Dimension im Modell sind nur einige der Projekte, die in Herrenberg und den Stuttgarter Stadtteilen Gaisburg und Stöckach erprobt wurden.

Ein Team aus MitarbeiterInnen des Städtebauinstituts der Universität Stuttgart, des Instituts für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement, des Höchstleistungsrechenzentrums, des Zentrums für interdisziplinäre Risiko- und Innovationsforschung der Universität Stuttgart und der Kommunikationsbüro Ulmer GmbH möchte reale Beteiligungsprozesse dazu nutzen, die Einbindung von digitalen Hilfsmitteln zu untersuchen. Die angewendeten Tools werden auf der Website des Reallabors „Stadt:quartiere 4.0“ digitale-mitwirkung.debeschrieben.

Hier möchten wir Ihnen in aller Kürze ein Anwendungsbeispiel beschreiben:

Der Stuttgarter Stadtteil Gaisburg soll saniert werden, Bürgerinnen und Bürgern sind eingeladen, ihre Wünsche einzubringen. Dabei setzt die Stadt Stuttgart nicht nur auf die Beteiligung von Erwachsenen, sondern auch von Kindern und Jugendlichen. Und wer, wenn nicht die junge Generation geht intuitiv und selbstverständlich mit digitalen Instrumenten um?Daher arbeitete die Stadt mit dem Team des Reallabors zusammen und band zukunftsträchtige Werkzeuge in die Kinder- und Jugendbeteiligung ein.

Bei einem Spaziergang durch das Viertel gab es für die Kinder einer Grundschule viel zu sehen, es wurden schöne und weniger schöne Orte entdeckt.Aber wie artikuliert man die eigenen Empfindungen und Wünsche so, dass EntscheidungsträgerInnen und PlanerInnen es verstehen und berücksichtigen können?

Um zu visualisieren, wie die Kinder ihren Stadtraum empfinden, wurde ihnen eine App an die Hand gegeben, mit welcher sie besondere Orte, ob gut oder schlecht, festhalten und spielerisch kommentieren konnten. In einem Modell des Stadtgebiets können diese Bilder nun jederzeit digital mithilfe von QR-Codes wieder aufgerufen werden. Mit einigen Kindern wurde zudem versucht, wie auch Empfindungen, die manchmal unbewusst bleiben, sichtbar gemacht werden können. Diese wurden durch „Stressbänder“ erfasst. Dabei wird die Hautspannung und somit das Stresslevel der Person erfasst. Besondere Stress-„Hotspots“ können im Anschluss mit GPS-Daten und Kameraaufzeichnungen ortsbezogen identifiziert und als Karte dargestellt werden.

Auch wir haben im Projekt TransformBar klassische Beteiligungsinstrumente durch digitale Tools ergänzt, indem wir im Rahmen der gemeinsamen Erstellung von Prinzipien für Bürgerbeteiligung in Treuenbrietzen Live-Abstimmungen durchgeführt haben. Wie das Team des Reallabors Stadtquartiere 4.0 kommen wir zu dem Schluss, dass solche Tools einen tollen Mehrwert bieten, aber „analoge“ Beteiligung, die auf Begegnung und Austausch von Angesicht zu Angesicht beruht, nicht ersetzen können.

Beste Grüße

Ihre Anna Deckert




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