Inspiration international! Wie Zukunftskommunen von internationalen Begegnungsprojekten profitieren können

Die Bürgerinnen und Bürger einer Kommune wissen am besten, was gut für ihren Ort ist, keine Frage! Deshalb setzen Zukunftskommunen auf Beteiligung, Dialog und Mitgestaltung.

Aber manchmal fällt es eben schwer, wirklich neue Ideen für „alte Probleme“ zu entwickeln. Da setzt dann oftmals bei den BewohnerInnen einer Kommune eine gewisse „Betriebsblindheit“ ein. Helfen können kreativitätsfördernde Methoden – oder der Blick von außen. Wirklich frische Ideen finden sich, wenn man einen Blick über den Tellerrand wagt und in echten Austausch mit Menschen aus anderen Kulturkreisen tritt.

IBG-Workcamp& Beteiligung in Münsingen

Gefragt nach ihren Vorstellungen, wie man das Münsinger Freibad zu einem „Ort der Begegnung“ machen kann, übertrafen sich die elf Teilnehmenden des internationalen Workcamps in Münsingen gegenseitig an Kreativität.

Die meist jungen Erwachsenen sind aus aller Welt nach Münsingen gekommen, um hier im Rahmen eines Workcampsdes Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten e.V. (IBG) tatkräftig im Schwimmbad mit anzupacken. Sie schätzen vor allem die Gemeinschaft und die wunderschöne Natur der Region, aber auch am Abend sehen zu können, was man geleistet hat, scheint vielen zu gefallen.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts TransformBar werden Beteiligungsformate vor Ort erprobt, die die Kommunen fit für die Zukunft machen sollen. Dazu arbeiten in dem Projekt VertreterInnen und BürgerInnen aus Münsingen und Treuenbrietzen mit ForscherInnen aus Stuttgart, Berlin und Göttingen zusammen.Das Münsinger Freibad soll so gemeinsam zu einem Ort der Begegnung für verschiedene Bevölkerungsgruppen werden.

Internationale Ideen für Begegnungsorte

Dazu haben auch die internationalen Freiwilligen im Beteiligungsworkshop am 18. April 2018 einige Ideen beizutragen, die mitunter für Freibäder in Deutschland recht untypisch sind, aber vielversprechend klingen. Diese reichen von einer App, über die der Eintritt gezahlt, das Programm eingesehen, aber auch kommuniziert werden kann, über Outdoor-Kino und Kinderbetreuung bis hin zu Virtual Reality-Spielen und W-Lan.

Zum Ort der Begegnung wird das Freibad nach Meinung der Internationalen dann, wenn Angebote geschaffen werden, die die Menschen während oder außerhalb der Öffnungszeiten miteinander ins Gespräch bringen. Während des Badebetriebs könnten Menschen durch das Teilen von Lesestoff („Bücher-Sharing“) bspw. über ein eigens dafür eingerichtetes Regal in Kontakt kommen und gleichzeitig zur Ressourcenschonung beitragen. Wettbewerbe oder Sport- und Yogakursewürden dafür sorgen, dass nicht jeder für sich seine Bahnen zieht, sondern ein Gemeinschaftserlebnis geschaffen wird. Das Angebot von Kinderbetreuung brächte Kinder und vielleicht auch Eltern zusammen und kann im Sinne einer weiterhin Nachhaltigen Entwicklung in Münsingen sogar mit entsprechenden Bildungsmodulen verbunden werden.Besonders attraktiv scheint den Freiwilligen aus aller Welt die Nutzung der Freibadflächen für kulturelle Veranstaltungen wie Open Air-Kino, Lesungen, Open Stage oder Tanzkurse. Auch Partys könnten dort rund um das Jahr stattfinden (Beachparty, Wintergrillen etc.).

Klar ist, dass nicht alle dieser Ideen auch umgesetzt werden können – die Kreativität der Internationalen zu nutzen, um neue Anregungen zu gewinnen, die auf ihre „Münsingen-Tauglichkeit“ noch geprüft werden müssen, hat sich aber allemal gelohnt.

Anna Deckert




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